Das E-Rezept für Patienten kommt ab 2022

Das E-Rezept in der Apotheke einlösen

Bald heißt es “rosa Papierrezept ade”, denn ab 2022 kommt das E-Rezept für Patienten. Mit ihm hat der Gesetzgeber, auf der Grundlage des Patientendatenschutzgesetzes (PDSG), einen weiteren Schritt in Richtung Digitalisierung des Gesundheitswesens gemacht.

Wer künftig seine verschreibungspflichtige Medikamente bzw. Arzneimittel in der Apotheke abholen möchte, muss dafür das elektronische Rezept vorlegen, welches vom Arzt erstellt worden ist. Eine Testphase des E-Rezeptes hat im Juli 2021 bereits begonnen. Ab dem 1. Oktober 2021 können Ärztinnen und Ärzte sich bereits auf freiwilliger Basis für die Einführung des E-Rezeptes entscheiden.

Im Auftrag des Gesetzgebers hat die Gematik GmbH die Umsetzung des Konzeptes für das elektronische Rezept übernommen und die dazugehörige App entwickelt. Diese App kann seit Juli bereits in den App-Stores von Google (Google Play – Android), in der App Gallery (Android auf Huawei-Geräten) und im App Store von Apple (iOS) kostenlos heruntergeladen werden.

Was ist das E-Rezept und was ändert sich für Patienten?

Das E-Rezept (elektronische Rezept) ist nichts anderes als der gut bekannte rosa Rezeptzettel in digitaler Form. Nach der Sprechstunde mit Ihrem Arzt erstellt Dieser wie gewohnt ein Rezept für Sie.

Der einzige Unterschied ist, dass das Papier durch das elektronische Medium ersetzt wird. Der Arzt erstellt und speichert das Rezept digital im Gesundheitsnetz auf seinem Praxisverwaltungssystem. Von dort aus sendet er es digital an seine Patienten. Als Patient haben Sie dann Zugriff auf Ihr Rezept und lösen es in der Apotheke ihrer Wahl ein. Das ganze funktioniert über die von der Gematik erstellten E-Rezept-App.

Welche Leistungen werden ab 2022 vom Arzt über das E-Rezept verschrieben?

Die vom Arzt verschriebenen Leistungen beschränken sich ab dem 1. Januar 2022 zunächst auf verschreibungspflichtige Arzneimittel für gesetzlich Krankenversicherte. Eine Ausweitung des Konzeptes für Privatversicherte als auch weitere Leistungen folgen später.

Ab wann wird das E-Rezept für welche Leistungen eingeführt?

Angefangen mit dem elektronischen Rezept für Arzneimittel soll in den darauffolgenden Jahren auch die Digitalisierung der Verschreibung von Betäubungsmittel- und T-Rezepten, digitale Gesundheitsanwendungen, häusliche Krankenpflege und außerklinische Intensivpflege, Soziotherapie sowie Hilfsmittel umgesetzt werden.

  • Ab 2022: Verschreibungspflichtige Arzneimittel
  • Geplant ab 2023: Digitale Gesundheitsanwendungen,T-Rezepte & Rezepte für Betäubungsmittel
  • Geplant ab 2024: Krankenpflege (häuslich) &  Intensivpflege (außerklinisch)
  • Geplant ab 2025: Soziotherapie
  • Geplant ab 2026: Heil- und Hilfsmittel

Die Vorteile des E-Rezepts für Patienten

Das E-Rezept ist in erster Linie ein patientenorientiertes Konzept. Die neue Methode der Medikamentenabgabe soll besonders dem Patienten das Leben erleichtern.

Zukünftig können Sie sich mit dem E-Rezept die Zeit und den Weg zur Apotheke sparen. Denn ihr Rezept können Sie bequem von zu Hause aus über die App bei Ihrer stationären Apotheke einlösen und sich ihre Bestellung liefern lassen oder in einer Online Apotheke ihrer Wahl bestellen. Es ist außerdem eine schnellere Lieferung möglich, weil der Vorgang der Rezepteinsendung in Papierform in der Apotheke nicht mehr stattfinden muss.

Es vereinfacht darüber hinaus die Videosprechstunde und Folgeverschreibungen. So kann Ihnen zukünftig nach einer ärztlichen Sprechstunde per Videoübertragung das Rezept direkt im Anschluss elektronisch zugesendet werden.

Während man das Rezept in Papierform schnell verlieren kann, ist das elektronische Rezept stets auf der App gespeichert. Mit Hilfe der App kann das E- Rezept ebenfalls von jedem beliebigen anderen Gerät als ihrem eigenen Smartphone abgerufen werden.

Neben Vorteilen für den Patienten erleichtert es darüber hinaus auch dem Arzt und Apotheker seine Arbeit.

Durch die Einführung des E-Rezeptes können diverse Prozesse in der Praxis effizienter ablaufen, da weniger Bürokratie notwendig ist. Die Effizienz steigt auch bei den Apotheken. Sie müssen weniger Daten eingeben und überprüfen, als auch weniger telefonieren und nachfragen.

Das Problem eines nicht lesbaren Papierrezeptes entfällt. Die gesparte Zeit in der Administration und der minder Aufwand kann für eine ausführlichere Beratung für Sie als Patient und Kunde eingesetzt werden. Darüber hinaus verkürzen sich die Wartezeiten in der Apotheke, weil die Ausstellung der Medikamente im Vorfeld bereits vorbereitet und nur noch abgeholt werden kann.

Wie funktioniert das E-Rezept für Patienten?

Wie gewohnt stellt der Arzt Ihnen ein Rezept aus. Dabei benutzt er zukünftig als “Rezeptformular” ein Softwareprogramm und keinen Zettel mehr. Auch die Signatur erfolgt digital. Jedes erstellte E- Rezept geht einher mit einem Rezeptcode. Dieser ist dem QR-Code ähnlich.

Sie haben nun die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten das Rezept zu erhalten. Entweder Sie wollen es auf ihre E-Rezept-App geschickt bekommen oder in Form eines Ausdrucks. Mit der E-Rezept-App der Gematik, die es kostenfrei in den App Stores gibt, können Sie Ihr Rezept sofort an die von Ihnen ausgewählte Apotheke senden. Eingelöst werden kann das E-Rezept entweder in einer Apotheke Ihrer Wahl vor Ort oder in einer Online Apotheke. Diese wird Sie über die Verfügbarkeit und Lieferdauer informieren. Das Medikament wird dann direkt zu Ihnen nach Hause geschickt oder kann in der Apotheke abgeholt werden.

Tipp

Alternativ zur App können Sie Ihren Ausdruck vom E-Rezept mit dem Rezeptcode Apotheke vorzeigen.

Benötige ich ein Smartphone und eine App für das E-Rezept?

Grundsätzlich ermöglicht das Konzept den kostenlosen Download der E-Rezept-App auf Ihr Smartphone. Die App ist sowohl im PlayStore von Google als auch im AppStore von Apple zum Download verfügbar.

Wer jedoch kein Smartphone mit der App besitzt oder diese nicht nutzen will, kann sein Rezept auch mit dem Rezeptcode auf dem Ausdruck vom Arzt einlösen. Dann ist weder ein Smartphone noch die App notwendig.

Was passiert, wenn man sein Handy verliert?

Der Verlust des Handys bedeutet nicht den Verlust des E-Rezeptes.

Hierin liegt ein weiterer Vorteil im Vergleich zum Papierrezept. Denn die Daten des E- Rezeptes sind auf der Telematikinfrastruktur gespeichert. Handelt es sich um ein Rezept, welches Sie bereits geliefert bekommen haben, ist es bis zum Ablauf der gesetzlichen Gültigkeit von Rezepten gespeichert.

Wurde das elektronische Rezept bereits eingelöst, bleibt es bis zu 100 Tage nach dem Einlösen des Rezeptes in der Apotheke in einem zentralen Speicherort gespeichert. In dieser Zeit ist ein Abruf des E-Rezeptes auf ihrem Smartphone, aber auch auf anderen Geräten möglich.

Gibt es ab Januar 2022 auch noch das Rezept auf Papier?

Das Rezept auf Papier, wie es jetzt ausgeschrieben wird, wird es so in Zukunft für gesetzlich Versicherte nicht mehr geben. Das neue Rezept enthält stets den Rezeptcode. Wer aber die elektronische Variante auf dem Smartphone nicht nutzen möchte, kann das E-Rezept mit dem Rezeptcode als Ausdruck auf dem Papier erhalten.

Fazit

Aus unserer Sicht stellt das E-Rezept eine Vereinfachung für Patienten, Ärzte und Apotheken dar. Auch wenn die Umstellung zunächst vielleicht gewöhnungsbedürftig sein kann, überwiegen die Vorteile mit der Einführung des elektronischen Rezepts. Gerade Senioren können zukünftig Wege zur Apotheke sparen und auch bei eingeschränkter Mobilität im Rahmen einer Videosprechstunde umgehend ein Rezept für ein benötigtes Medikament erhalten.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auf der Informationsseite vom Anbieter Gematik sowie auf der Seite des des Bundesgesundheitsministeriums und bei ihrer Krankenkasse.

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