Einkommen und Vermögen im Ruhestand: So viel Geld haben Rentner

Rentner sitzen gemeinsam am Tisch und vergleichen ihr Einkommen und Vermögen im Alter
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Aktuelle Zahlen zu Einkommen und Vermögen von Rentnern geben einen Einblick in die finanzielle Lage im Ruhestand. Die jüngsten Einkommensdaten des Statistischen Bundesamtes zeigen: Haushalte, in denen ausschließlich Rentner oder Pensionäre ab 65 Jahren leben, hatten im Median ein Haushaltsnettoeinkommen von 2.330 Euro im Monat. Das bedeutet: Die eine Hälfte dieser Haushalte verfügte über mehr, die andere über weniger Einkommen.

Hinter diesem Median stehen sehr unterschiedliche Lebenslagen. 18,9 Prozent der Menschen ab 65 Jahren im Ruhestand gelten als armutsgefährdet. Zugleich verfügen viele ältere Haushalte über Rücklagen oder Wohneigentum.

Um die gesamte finanzielle Lage zu verstehen, muss man Einkommen und Nettovermögen trennen. Ein Einkommen umfasst Einnahmen innerhalb eines bestimmten Zeitraums, beispielsweise Renten, Pensionen, Mieteinnahmen oder Kapitalerträge. Beim Haushaltsnettoeinkommen sind Steuern und Sozialabgaben bereits abgezogen.

Das Nettovermögen beschreibt dagegen den Wert vorhandener Ersparnisse, Immobilien und anderer Vermögenswerte zu einem bestimmten Zeitpunkt, abzüglich der Schulden. Eine eigene Wohnung kann den Alltag deshalb finanziell entlasten, ohne das monatliche Einkommen zu erhöhen.

Schnell-Check

Geld im Ruhestand auf einen Blick

Geprüft: 3. September 2026

Die wichtigsten Ergebnisse der aktuellen Statistiken:

  • 2.330 Euro Median des monatlichen Nettoeinkommens eines Haushalts, in dem ausschließlich Ruheständler ab 65 Jahren leben.
  • 18,9 Prozent der Menschen ab 65 Jahren im Ruhestand gelten als armutsgefährdet.
  • 57 Prozent der Ruheständler ab 65 Jahren wohnen im Eigentum.
  • 193.300 Euro Median-Nettovermögen von Haushalten, deren älteste Person 65 bis 74 Jahre alt ist.

Warum Armutsgefährdung und Vermögen gleichzeitig vorkommen können

Laufendes Einkommen

Die Armutsgefährdungsquote betrachtet, wie viel Geld regelmäßig für den Lebensunterhalt zur Verfügung steht.

Vorhandenes Vermögen

Eine Immobilie oder Ersparnisse zählen zum Vermögen, stehen aber nicht automatisch als monatliches Einkommen bereit.

Deshalb kann jemand wenig Einkommen haben und zugleich in einer eigenen, weitgehend abbezahlten Wohnung leben.

Wie hoch ist das Einkommen von Rentnerhaushalten?

Nach den am 1. September 2026 veröffentlichten Ergebnissen von Destatis lag das mittlere Haushaltsnettoeinkommen der untersuchten Ruheständlerhaushalte bei 2.330 Euro monatlich. Im Westen waren es 2.350 Euro, im Osten einschließlich Berlin 2.270 Euro.

Die 2.330 Euro sind keine persönliche Rente. Es handelt sich um das gesamte Nettoeinkommen von Haushalten, in denen ausschließlich Rentner und Pensionäre ab 65 Jahren leben. Dazu gehören sowohl Alleinlebende als auch Paare.

Anders als der Durchschnitt wird der Median von wenigen sehr hohen Einkommen kaum nach oben gezogen.

Die Daten stammen aus der europäischen Statistik über Einkommen und Lebensbedingungen, kurz EU-SILC. Dafür werden ausgewählte private Haushalte nach einheitlichen europäischen Regeln befragt. Die Erhebung fand 2025 statt mit Einkommensangaben, die sich auf das Jahr 2024 beziehen. Wichtig zu wissen ist zudem, dass Menschen in Pflege- und Altersheimen nicht Teil der Erhebung sind.

Woraus stammt das Einkommen von Rentnerhaushalten?

Im bundesweiten Durchschnitt stammten 93 Prozent des Einkommens aus gesetzlichen Renten, Betriebs- und Privatrenten oder Pensionen. Knapp vier Prozent kamen aus Vermögenseinnahmen, zum Beispiel aus Vermietung oder Kapitalerträgen. Transferzahlungen wie die Grundsicherung im Alter machten nur zwei Prozent aus. Ein Prozent stammte aus Erwerbstätigkeit.

Renten und Pensionen bilden damit mit Abstand die wichtigste Einnahmequelle im Alter. Die Prozentwerte sind Anteile am Einkommen der betrachteten Haushalte im bundesweiten Durchschnitt. Sie bedeuten nicht, dass jeder Ruheständler tatsächlich Mieteinnahmen oder Kapitalerträge erhält. Vermögenswerte selbst zählen nicht als Einkommen, Einnahmen aus Vermietung oder Kapitalanlagen dagegen schon.

Was bedeutet es, dass fast jeder fünfte Ruheständler armutsgefährdet ist?

Die Armutsgefährdungsquote lag bei den Menschen ab 65 Jahren im Ruhestand bei 18,9 Prozent. In der Gesamtbevölkerung waren es 16,1 Prozent.

Armutsgefährdung bezeichnet relative Einkommensarmut. Als armutsgefährdet gilt, wer über weniger als 60 Prozent des Median-Nettoäquivalenzeinkommens der Gesamtbevölkerung verfügt. Das Nettoäquivalenzeinkommen berücksichtigt, wie viele Menschen von einem Haushaltseinkommen leben. Für einen Alleinlebenden lag die Schwelle nach EU-SILC 2025 bei 1.445 Euro netto im Monat.

Die Quote bedeutet nicht automatisch, dass alle Betroffenen ihre Grundbedürfnisse nicht decken können. Sie zeigt aber, dass sie im Verhältnis zur Mitte der Bevölkerung ein niedriges Einkommen haben. Regionale Unterschiede bei Mieten und Lebenshaltungskosten bildet die einheitliche Grenze zudem nur eingeschränkt ab.

So hoch ist das Vermögen der Haushalte älterer Bürger

Die Deutsche Bundesbank untersucht in der Studie „Private Haushalte und ihre Finanzen“, was Haushalte besitzen und welche Schulden sie haben. Zum Nettovermögen gehören unter anderem Immobilien und Ersparnisse, abzüglich Hypotheken und anderer Schulden.

Eine Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft auf Basis der Bundesbankdaten zeigt: Bei Haushalten, deren älteste Person zwischen 65 und 74 Jahre alt war, lag das Medianvermögen 2023 bei 193.300 Euro. Bei Haushalten, deren älteste Person mindestens 75 Jahre alt war, waren es 172.500 Euro.

Diese Werte bedeuten nicht, dass jeder Rentner oder Pensionär ein solches Vermögen besitzt. Es handelt sich erneut um Haushaltswerte. Innerhalb der Altersgruppen reicht die Spannweite von verschuldeten Haushalten bis zu sehr großen Vermögen.

Nettovermögen im Vergleich

Medianvermögen Haushalte älterer Menschen

Nettovermögen 2023 nach Alter der ältesten Person im Haushalt

So ist der Median zu lesen: Jeweils die Hälfte der Haushalte lag unter dem genannten Wert, die andere Hälfte darüber. Die Beträge sind Haushaltswerte und sagen nichts über das Vermögen einer einzelnen Person aus.

Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft, Auswertung der PHF-Daten 2023. Die Altersgruppe eines Haushalts richtet sich nach der ältesten Person.

Deshalb schließen sich Armutsgefährdung und Vermögen nicht aus

Für die Armutsgefährdungsquote zählt das laufende Einkommen. Ein selbst genutztes Haus, ein Sparguthaben oder andere Vermögenswerte werden dabei nicht als Einkommen gezählt. Mieteinnahmen aus vermieteten Immobilien und Kapitalerträge zählen dagegen zum Einkommen. Die Vermögensstatistik stellt Besitz und Schulden zu einem bestimmten Zeitpunkt gegenüber.

Ein einfaches Beispiel macht den Unterschied deutlich:

Eine alleinlebende Rentnerin kann eine weitgehend abbezahlte Wohnung besitzen und trotzdem jeden Monat nur ein niedriges Einkommen haben. In der Vermögensstatistik erscheint der Wert der Wohnung. Bei der Armutsgefährdungsquote zählt dagegen vor allem das laufende Einkommen. Umgekehrt kann ein Mieter ein auskömmliches Einkommen haben, aber nur geringe Ersparnisse besitzen.

Die Einkommens- und Vermögenszahlen stammen außerdem aus verschiedenen Erhebungen und Jahren. Sie lassen sich deshalb nicht zu einem Betrag für einen vermeintlich typischen Rentner zusammenrechnen.

Welche Rolle spielt Wohneigentum im Ruhestand?

Bundesweit wohnten 57 Prozent der Rentner und Pensionäre ab 65 Jahren im Eigentum, 43 Prozent lebten zur Miete. Im Westen lag die Eigentumsquote bei 61 Prozent, im Osten bei 44 Prozent.

Eine abbezahlte Immobilie kann entlasten, weil keine Kaltmiete anfällt. Das erklärt, warum zwei Haushalte mit dem gleichen Einkommen finanziell sehr unterschiedlich dastehen können.

Wohneigentum ist aber kein frei verfügbares Geld. Eigentümer müssen Energie, Abgaben, Versicherungen und Reparaturen bezahlen. Wer gebundenes Vermögen verfügbar machen möchte, müsste die Immobilie verkaufen, vermieten oder beleihen. Das ist nicht immer kurzfristig möglich und kann den Wohnalltag grundlegend verändern.

Wohnen im Alter

Wohneigentum und Miete im regionalen Vergleich

Anteile der Menschen ab 65 Jahren im Ruhestand

Deutschland insgesamt

Westdeutschland

Ostdeutschland einschließlich Berlin

Quelle: Statistisches Bundesamt, EU-SILC 2025. Der Osten umfasst Berlin.

Pflegekosten können das Einkommen und Vermögen stark belasten

Pflegebedürftigkeit kann eine zuvor tragfähige finanzielle Situation grundlegend verändern. Die Pflegeversicherung ist eine Teilkostenversicherung und übernimmt nur gesetzlich festgelegte Beträge. Wenn die Leistungen der Pflegeversicherung, das Einkommen der betroffenen Person und verwertbares Vermögen nicht ausreichen um die Kosten zu tragen, kann das Sozialamt unter bestimmten Voraussetzungen mit der „Hilfe zur Pflege“unterstützen.

Das Statistische Bundesamt weist für 2024 rund 432.000 Empfängerinnen und Empfänger von Hilfe zur Pflege im Jahresverlauf aus. Rund 365.000 von ihnen waren mindestens 65 Jahre alt. Weitere Hintergründe bietet unser Beitrag zur Sozialhilfe im Pflegeheim.

Bei der Sozialhilfe bleibt ein Teil des Vermögens als Schonvermögen unberücksichtigt und auch angemessenes selbst genutztes Wohneigentum kann je nach Lebenssituation geschützt sein. Welche Voraussetzungen gelten, zeigt unser Ratgeber zur Hilfe zur Pflege.

Fazit: Die finanzielle Lage im Ruhestand ist sehr unterschiedlich

Viele Rentner und Pensionäre konnten in ihrem Erwerbsleben Vermögen aufbauen. Besonders die eigene Immobilie prägt die wirtschaftliche Situation vieler Rentner und Pensionäre. Gleichzeitig lebt ein erheblicher Teil der Ruheständler mit einem Einkommen unterhalb der Armutsgefährdungsschwelle. Beides kann im selben Haushalt zusammentreffen.

Die Zahlen widerlegen somit sowohl das pauschale Bild vom Wohlstand im Alter als auch die Vorstellung, ältere Menschen seien generell arm. Entscheidend sind Erwerbsbiografie, Haushaltsgröße, Wohnsituation, private Vorsorge und vorhandene Schulden.

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Autor Senioren Nachrichten Constantin von Tilly
Autor von Senioren-Nachrichten.de

Über den Autor:

Constantin von Tilly ist Betriebswirt und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Themen – insbesondere rund um das Alter, Pflege und Vorsorge. Sein Wissen basiert auf fundierten Erfahrungen in der Wirtschaft, dem Gesundheitswesen und rechtlichen Zusammenhängen. Auch persönliche Pflegeerfahrungen im familiären Umfeld fließen in seine Ratgeber ein.

Geboren an der Ostsee, über Stationen in Hamburg und Braunschweig, lebt er heute mit seiner Familie und einem lebhaften Hund in Leipzig. Mit viel Empathie und technischer Affinität schreibt er praxisnahe Inhalte für die Generation 50+.

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